Regeländerungen ab dem Spieljahr 2021/22

07.07.2021 / Der TFV (Autor Karsten Krause) hat auf seiner Website die wichtigsten Regeländerungen für die Saison 2021/22 wie nachstehend veröffentlicht.

Für das Spieljahr 2021/2022 wurden vorwiegend Änderungen beim Handspiel und beim Abseits vorgenommen. Hier ein Auszug der wesentlichen Änderungen mit kurzen Erläuterungen:

Die gravierendste Änderung gibt es beim Handspiel (Bestandteil der Regel 12).Nachdem in den letzten Spieljahren bei der Auslegung des strafbaren Handspiels immer weiter differenziert wurde, wurden die Parameter nun neu strukturiert. Damit wird die Differenzierung teilweise wieder aufgehoben.

Nicht jeder Kontakt der Hand /des Arms mit dem Ball ist ein Vergehen. Es wird jetzt die Absicht und die Intention des Spielers wieder in den Vordergrund gestellt.

Der Schiedsrichter muss die Arm- oder Handhaltung in Bezug auf die Bewegung des Spielers in der jeweiligen Situation beurteilen. Dient die Arm- oder Handhaltung dazu, die Abwehrfläche zu vergrößern und den Ball aufzuhalten, ist das Handspiel strafbar. Ist es jedoch eine Arm- oder Handhaltung, die im Zusammenhang mit einer normalen Körperbewegung steht, die nicht zur Abwehr des Balles dient, handelt es sich um einen nicht strafbaren Kontakt mit der Hand / dem Arm.

Auch die Grenze zwischen Schulter und Arm wurde wieder verändert. Diese Grenze verläuft jetzt bei angelegtem Arm an der Achselhöhle.

Eingeschränkt wurde der Grundsatz, dass nach einem, auch unabsichtlichem, Kontakt mit der Hand / dem Arm, ein erzieltes Tor keine Anerkennung finden darf. Das Tor wird nur noch aberkannt, wenn der Hand spielende Spieler selbst und unmittelbar ein Tor erzielt. Wenn es dagegen erst nur zu einer Torchance kommt oder ein weiterer Spieler an den Ball kommt und ein Tor erzielt, wird der Treffer anerkannt.

Beim Spielfeld (Regel 1) müssen nun Torpfosten und Querlatte beider Tore die gleiche Form aufweisen (quadratisch, rechteckig, rund, elliptisch oder eine entsprechende Mischform).

Das Abseits (Regel 11) ist aufgehoben, wenn ein Abwehrspieler zuletzt den Ball gespielt hat. Nicht jedoch, wenn es sich beim Spielen des Balles um eine Abwehrreaktion handelte. Dies wird nun eingeschränkt. Es muss sich nun um eine Torverhinderungsaktion handeln. Also muss der Spieler einen sehr nah ans Tor gespielten Ball oder einen ins Tor gehenden Ball in höchster Not wegspielen. Nur die Torverhinderungsaktion führt dazu, dass wie beim Torhüter selbst, das Abseits eines Stürmers nicht aufgehoben wird. In allen anderen Fällen beim Spielen des Balles durch den Gegner ist das Abseits aufgehoben.

Für die Abseitsbewertung zählen nur Körperteile mit denen regulär ein Tor erzielt werden kann. Demnach kann sich ein Spieler nur mit einem solchen Körperteil im Abseits befinden. Die Hände und Arme aller Spieler werden dabei nicht berücksichtigt.

Grundsätzlich kann ein Freistoß oder ein Strafstoß (Regel 12) nur bei Vergehen von Personen, die auf der Teamliste stehen, verhängt werden (Spieler, Auswechselspieler, ausgewechselte oder des Feldes verwiesene Spieler, Teamoffizielle). Alle anderen Personen sind so genannte Drittpersonen. Wenn das Spiel nach deren Eingreifen unterbrochen wird, wird das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt.

Ein indirekter Freistoß (Regel 12) wird u. a. gegeben, wenn ein Spieler absichtlich einen Trick einleitet, bei dem der Ball mit dem Kopf, der Brust, dem Knie etc. zum Torhüter gespielt wird, um so die Zuspielbestimmung zu umgehen. Dabei ist es egal, ob der Torhüter den Ball mit den Händen berührt oder nicht. Handelt es sich um den Torhüter, der den Trick einleitet, wird er bestraft. Neben dem indirekten Freistoß wird der fehlbare Spieler auch mit einer Gelben Karte verwarnt. Ab dem kommenden Spieljahr wird ein solcher Trick auch nach einem Abstoß bestraft.

Weitere Änderungen betreffen redaktionelle Anpassungen des Regeltextes.

FSG I: Achtung! Spielansetzung!

Was haben wir darauf gewartet. Die erste Spielansetzung nach langer Zeit ist fix. Salzas Erste empfängt zu einem Freundschaftsspiel am 10. Juli das Kreisliga-Team vom SV Glückauf Bleicherode. Anstoß auf dem Karl-Henze-Sportplatz ist 14.30 Uhr. Na dann mal hin!

Regelkunde: Strafbares Handspiel – was gilt ab der neuen Saison

16.06.2021 (Quelle: fussball.de/ Autor: David Bittner) / In einer Onlineveranstaltung hat DFB-Lehrwart Lutz Wagner die Schiedsrichter-Verantwortlichen in den Landesverbänden über die Regeländerungen zur neuen Saison informiert.

Strafbares Handspiel: Nur noch zwei Kriterien

Es gebe nun zwei Kriterien, in denen ein Handspiel eines Verteidigers strafbar sei. Erstens: Wenn ein Spieler mit einer absichtlichen Bewegung die Hand oder den Arm zum Ball führt. Oder zweitens: Wenn der Spieler durch seine Körperhaltung die Intention verfolgt, den Ball aufzuhalten. „Der Unparteiische muss beurteilen: Was ist die Absicht des Spielers? Entstammt die Körperhaltung aus einem natürlichen Bewegungsablauf? Oder will der Spieler den Ball mit dem Arm aufhalten, indem er seine Abwehrfläche vergrößert? Oder nimmt er zumindest das Risiko in Kauf, dass er den Ball an den ausgestreckten Arm bekommt?“

Konkrete Beschreibungen wie die „Abstützhand“ oder das „Anschießen durch einen Mitspieler“ seien aus dem Regeltext gestrichen worden und würden nun summiert unter dem Begriff der „Intention bei der Bewegung“. „Diese Frage zu bewerten, legt man nun wieder mehr in das Ermessen des Schiedsrichters“, sagt Lutz Wagner.

„Die ‚T-Shirt Linie‘ hat es im Regelwerk nie gegeben“

Klargestellt wird zur neuen Saison im Übrigen auch, mit welchem Bereich des Arms überhaupt ein absichtliches Handspiel begangen werden kann. „In der vergangenen Saison wurde oft über die ‚T-Shirt-Linie‘ gesprochen – die hat es im Regelwerk aber nie gegeben“, stellt Lutz Wagner klar. Stattdessen sei dort nun die „Achselhöhe“ als Grenze für die Strafbarkeit eines Handspiels schriftlich festgehalten. „Zieht man sich die Spielführerbinde soweit nach oben wie möglich und der Ball fliegt dagegen, dann ist dies ein Handspiel“, veranschaulicht der DFB-Lehrwart die neue Richtlinie.

Ein dritter Absatz zur Handspielregel bezieht sich zudem auf das unabsichtliche Handspiel eines Angreifers. Dieses wird vom Schiedsrichter künftig nur noch geahndet, wenn der Angreifer unmittelbar nach seinem Handspiel selbst ein Tor erzielt. Kommt es hingegen nur zu einer Torchance oder ein Mitspieler erzielt das Tor, bleibt das unabsichtliche Handspiel des Angreifers ungestraft.